Gemüselexikon

Abwechslungsreich, vielseitig und aktuell zur Jahreszeit bieten wir Ihnen an dieser Stelle das richtige Gemüse für Ihren Tisch.

Wir wünschen viel Spaß bei der Auswahl Ihrer Gemüsesorten!

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Dicke Bohne

Synonyme: Saubohnen
Botanischer Name: Vicia faba
Familie: Schmetterlingsblütler
Saison: Juni, Juli, August

Beschreibung:

Die Dicke Bohne gehört trotz ihres Namens botanisch nicht zu den Bohnen, sondern zu den Wicken. Sie ist eine mit einem kräftigen Stengel bis 100 cm hoch wachsende Hülsenfrucht, in deren oberen Blattachsen reinweiße oder schwarzweiße Blüten sitzen. Aus ihnen entwickeln sich die Hülsen, außen samtartig behaart, dickschalig, später derb-lederartig, mit schwammigem Fleisch und an den Stellen, wo die Samen sitzen, stark aufgetrieben. Die Samen sind weißlich, grünlich, bräunlich oder auch rot und violettschwarz.

Geschichte:

Man vermutet die Heimat der kleinsamigen Dicken Bohne im Orient, in Zentral- und Südwestasien, die der großsamigen Formen in den Mittelmeerländern, vor allem Nordafrika. Heute ist der Anbau in der Türkei, in Marokko, in den europäischen Ländern Italien, Spanien, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und in der BRD verbreitet. Der Name Saubohne entstand übrigens, weil die Bohne früher Schweinefutter war.

Verbraucherhinweise:

Dicke Bohnen besitzen einen hohen Gehalt an Kohlenhydraten, hochwertigem Eiweiß, Calcium, Kalium, Phosphor, Eisen, Provitamin A und den Vitaminen B1, B2, B6 und C.

Dinkel

Synonyme: Grünkern

Beschreibung:

Als einzige Getreideart werden die Ähren des Dinkels bereits im Stadium der "Milch-" oder "Teigreife", d.h. bevor die Körner völlig ausgereift und noch saftig sind, geerntet. Dadurch fehlt ihnen jene Stärke, die Getreide backfähig macht. Um den Dinkel zu konservieren und seinen "Kleber-Gehalt" aufzuschließen, wird er nach der Ernte gedarrt, wodurch zudem die Körner hart werden, ihre Farbe von einem rötlichen in einen Oliv-Ton wechselt. Durch den Röstvorgang, der früher auf durchlochten Eisenblechen über offenem Feuer durchgeührt wurde, wird der Dinkel zum Grünkern, er wird konserviert und bekommt sein würziges, an Rauch und Nüsse erinnerndes Aroma.

Geschichte:

Dinkel diente schon vor ca. 6000 Jahren den Menschen Jungsteinzeit (jene Epoche, aus der die Menhire und Dolmen in der Bretagne und der imposante Steinkreis im englischen Stonehenge stammen) als Nahrungsmittel, das von ihnen nicht mehr gesammelt, sondern bereits angepflanzt wurde. Bis ins hohe Mittelalter war er das meistangebaute Getreide in Europa. Seine Vormachtstellung wurde erst durch den Siegeszug des Weizens, der größere Erträge abwirft und als das feinere Getreide galt, gebrochen. Dieser lässt sich zudem mit geringerem Aufwand industriell verarbeiten.

Verbraucherhinweise:

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Grünkern wertvoller als Weizen. Sein Gehalt an Vitaminen des B-Komplexes, an Eisen, Phosphor und Magnesium liegt deutlich höher: Auf 100 Gramm entfallen 11,6 Gramm Eiweiß, 69,4 Prozent Kohlenhydrate, und 2,7 Prozent Fett. Zudem ist er ausgesprochen magenfreundlich. Grünkern eignet sich nicht nur zum Backen, zur Herstellung von Teigwaren, als Suppeneinlage oder Hauptbestandteil vegetarischer Frikadellen - aus ihm lässt sich überdies ein vorzügliches Risotto bereiten.