Stichwortlexikon

Die Stichwort-Datenbank

zur Orientierung und Verbraucherinformation

Hier finden Sie über 600 Stichworte zu dem Thema gesunde Ernährung mit kurzen Erläuterungen und Abbildungen.

Die Begriffe sind alphabetisch sortiert und können nach den Anfangsbuchstaben einzeln aufgerufen werden.

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Z

Darm

Schlauchförmiger Teil des Verdauungstrakts zwischen Magen und After.Der Darm besteht hauptsächlich aus Dünndarm und Dickdarm. Die durchschnittliche Länge beträgt beim Menschen 5-6 m.

Darmflora

Zusammenfassende Bezeichnung für alle im Darm lebenden Bakterien und Pilze. Sie sind überwiegend im Dickdarm angesiedelt. Die Darmflora spaltet übriggebliebende Nahrungsreste, die in den Dickdarm gelangt sind und sorgt dafür, dass bestimmte Krankheitserreger unterdrückt werden. Außerdem bildet die Darmflora bestimmte Vitamine, die aber für die Versorgung des Menschen wahrscheinlich keine große Rolle spielen. Die Zusammensetzung der Darmflora wird durch die Art der Nahrung beeinflusst. Eine ballaststoffreiche Ernährung fördert das Wachstum von nützlichen Bakterien und unterdrückt schädliche. Antibiotika können die Darmflora negativ beeinflussen oder sogar zerstören. Etwa ein Drittel des Stuhlgewichts besteht aus lebenden oder toten Bakterien.

Darmgase

Beim Abbau von Nahrungsresten im Dickdarm bildet die Darmflora unter anderem Gase. In großen Mengen führen diese unter Umständen zu unerwünschten Blähungen.

Darmperistaltik

Bewegungen des Darmes zur Durchmischung und Weiterbeförderung des Speisebreies.Die Darmperistaltik kann im Gegensatz zur Stuhlentleerung nicht durch unseren Willen beeinflusst werden, sondern wird durch die Nahrung selbst und auch durch psychische Faktoren beeinflusst (z.B. Durchfall bei Stress, Verstopfung auf Reisen).

Darmsaft

Die von der Darmschleimhaut gebildete Flüssigkeit (ca. 2,5-3l/Tag).Sie enthält vor allem Bicarbonat zur Neutralisation des sauren Speisebreis und Schleimstoffe, die einen Schutzfilm auf der Darmoberfläche bilden.

Darmschleimhaut

Innere Auskleidung des DarmesSie enthält Drüsen zur Bildung von Darmsaft, bestimmte Enzyme zur Spaltung von Nährstoffen, Zellen zur Aufnahme der Nährstoffe aus dem Darm ins Blut und Zellen zur Abwehr von Krankheitserregern.

Darmträgheit

Verringerte Darmtätigkeit (Darmperistaltik)Sie ist in den meisten Fällen die Folge eines zu geringen Gehalts an Ballaststoffen in der Nahrung (Verstopfung).

Darmverschluss

Starke Verengung oder Verschluss des Darmrohres durch Tumore, durch Verwachsungen nach Operationen und teilweise auch durch Aufnahme von Kleie in Verbindung mit zu geringer Flüssigkeitszufuhr.Dies führt zu Kotrückstau, Vergiftung, Bluteindickung, Herz- und Kreislaufschwäche, Durst, unter Umständen Kolikschmerz (Kolik) und Koterbrechen. Bei derartigen Symptomen unbedingt einen Arzt rufen!

Dauerausscheider

Personen, die nach einer überstandenen Infektionskrankheit die Krankheitserreger (meist Bakterien wie z.B. Salmonellen) auch weiterhin ausscheiden.Die Ausscheidung kann mit dem Stuhl, dem Harn oder mit Speichel bzw. mit Hustentröpfchen geschehen.

DDT

Chlorierter Kohlenwasserstoff, der jahrzehntelang weltweit als Pestizid verwendet wurde.

Dehydratation

Störung des Wasserhaushalts, die als Folge einer mangelnden Natrium- und/oder Flüssigkeitszufuhr bzw. verstärkten Verlusten zu einer negativen Wasserbilanz führt. Der Flüssigkeitsverlust kann auf eine verstärkte Natrium- und/oder Wasserausscheidung über die Nieren bzw. den Magen-Darm-Trakt zurückgeführt werden. Aber auch durch eine verstärkte Atemtätigkeit (v.a. bei kalter, trockener Luft) können Flüssigkeitsverluste auftreten. Die hypotone D. äußert sich in Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Bei der isotonen D. treten Blutdruckabfall und erhöhter Puls auf. Ursachen können andauerndes Erbrechen, Durchfälle, Blutverluste, Verbrennungen, starkes Schwitzen und/oder mangelnde Natrium- oder Wasserzufuhr sein. Die hypertone D. (Exsikkose) ist gekennzeichnet durch allgemeine Kreislaufbeschwerden, verminderten Speichelfluss, Temperaturanstieg und trockene Schleimhäute. Als mögliche Ursachen kommen Diabetes insipidus, Zuckerausscheidung mit dem Urin (bei Diabetes mellitus) etc. in Frage. Die Therapie richtet sich nach der Art der D. In jedem Fall muss durch eine entsprechende orale bzw. parenterale Zufuhr (bei sehr ausgeprägter D.) der individuell bestehende Mangel ausgeglichen werden.

Demineralisierung

Herauslösen von Mineralstoffen (z.B. Calcium, Phosphat) aus dem Zahnschmelz und den Knochen. Dies begünstigt die Entstehung von Karies und Osteoporose

Denaturieren

Lebensmittel so verändern, dass sich ihre ursprüngliche biologische Struktur verändert.Dies kann z.B. durch Erhitzen, Bestrahlen (Lebensmittelbestrahlung) oder Zugabe von Säuren geschehen. So wird z.B. das Eiweiß beim Kochen denaturiert und verändert seine Beschaffenheit.

Depotfett

Fettspeicher des Körpers. Das Depotfett dient als Energiereserve, als Schutzpolster für empfindliche Organe wie die Nieren und als Wärmeisolierung. Bei Übergewicht nimmt in erster Linie das Depotfett zu. Es wird durch Fasten und Reduktionsdiäten abgebaut. Bei gesunden, normalgewichtigen Frauen besteht der Körper zu ca. 25% aus Fett, bei Männern zu ca. 20%.

Dermatitis

HautentzündungZu den Hauterkrankungen zählen Nesselsucht (Urtikaria), atopische Dermatitis (veränderte Reaktivität der Haut und Schleimhäute), Psoriasis (verursacht durch Störungen bei der Fettsäure-Verstoffwechslung), Dermatitis herpetiformis Duhring (chronisch, stark juckend, steht in Zusammenhang mit Gluten), Akne und Mastozytosen (Anhäufung von Mastzellen in der Haut. Quaddelbildung).

Designer Food

Dabei handelt es sich um eine 1989 geprägte Bezeichnung für Lebensmittel, die auf bestimmte Bedürfnisse abgestimmt sind, so z.B. Elektrolytgetränke für Sportler.Als Synonym wird auch der gängigere Begriff " Functional Food" verwendet.

Deutsche Gesellschaftfür Ernährung

Vereinigung von Ernährungswissenschaftlern und Medizinern mit dem Ziel, die Bevölkerung über Ernährung aufzuklären.Die DGE gibt Empfehlungen zur gesunden Ernährung und informiert über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krankheit.

DFD-Fleisch

dark = dunkel, firm = fest, dry = trocken)Extrem dunkles, festes bis zähes, ungenügend gereiftes Fleisch. Dieser Fleischfehler tritt bei Schweinefleisch auf und ist für stressanfällige Tiere charakteristisch.Siehe auch: PSE-Fleisch

Diabetesdiät

Ernährungsrichtlinien für Diabetiker (Diabetes mellitus). Wichtig ist das Einhalten der Mahlzeitenabstände und die Verteilung der Nahrung auf 5-6 kleine Mahlzeiten. Zuckerhaltige Lebensmittel und vor allem Getränke (Limonade, Cola) dürfen nur sehr eingeschränkt aufgenommen werden, weil sie den Blutzuckerspiegel stark erhöhen würden. Stattdessen sollen vermehrt Lebensmittel verzehrt werden, die reich an Stärke und Ballaststoffen sind (Getreide, Brot, Kartoffeln). Die Diabetes-Diät soll außerdem fettarm sein. Sie muss genau auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten werden.

Diabetesmellitus

Diabetes mellitus ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels (Kohlenhydrate). Das für die Senkung des Blutzuckers nötige Hormon (Insulin) wird von der Bauchspeicheldrüse nicht oder in zu geringer Menge gebildet. Dadurch steigt der Blutzucker an und es wird meist Zucker mit dem Urin ausgeschieden. Es gibt zwei unterschiedliche Hauptformen des Diabetes mellitus: 1. der Jugendliche (Juvenile) Diabetes, auch Typ 1 Diabetes genannt, der bereits im Kindes- oder Jugendalter auftritt. 2. der sog. Altersdiabetes, auch Typ 2 Diabetes genannt, der erst im Erwachsenenalter einsetzt. Bei der Entstehung des Altersdiabetes spielt Übergewicht ein große Rolle. Jugendliche Diabetiker müssen Insulin spritzen. Beim Altersdiabetes hängt die Behandlung von der Schwere der Erkrankung ab. Eine Umstellung der Ernährung und eine Gewichtsabnahme verbessern das Krankheitsbild wesentlich. Hier finden Sie weitere Informationen!

Diabetiker

An Diabetes mellitus erkrankte Person

Dialyse

Allgemeine Bezeichnung für alle ungewöhnlichen Ernährungsformen.Diäten werden zur Vorbeugung und Behandlung von bestimmten Krankheiten (z.B. Diabetes-Diät), zum Abbau von Übergewicht (Reduktionsdiät) oder aus moralisch-ethischen Gründen (z.B. Vegetarismus) eingesetzt. Manche Diäten werden nur vorübergehend (Gewichtsreduktion), andere lebenslang (Diabetes-Diät) durchgeführt. Der Begriff Diät wird nicht nur für medizinisch notwendige Diäten, sondern oft auch für unnötige oder sogar gesundheitsgefährdende Kostformen verwendet.

Diarrhö

Lehre von der Zusammensetzung der Nahrung und der Wirkung der einzelnen Nahrungsmittel auf den Stoffwechsel des Gesunden und des Kranken.

Diät

Begriff aus dem Lebensmittelrecht Diätetische Lebensmittel dienen einem besonderen Ernährungszweck und müssen spezielle Anforderungen erfüllen. Es gibt z.B. diätetische Lebensmittel zur Behandlung bestimmter Krankheiten, zur Verhinderung von Mangelerscheinungen, zur Ernährung von Schwangeren und Säuglingen. Zu den diätetischen Lebensmitteln gehören unter anderem Diätsalz, Fruchtzucker, Süßstoffe und verschiedene Zuckeraustauschstoffe.

Diätetik

(Kochsalz) Speisesalz, bei dem das Natrium durch Kalium ersetzt wurde.Es kann statt normalem Kochsalz im Rahmen einer kochsalzarmen (natriumarmen) Diät verwendet werden.

Diätetische Lebensmittel

Die Nieren übernehmen normalerweise die Reinigung des Blutes und die Ausscheidung der harnpflichtigen Stoffe (Substanzen die mit dem Harn ausgeschieden werden müssen).Bei Nierenkranken geschieht dies mittels einer künstlichen Niere. der Vorgang wird in der Fachsprache als Dialyse bezeichnet. Chronisch Nierenkranke müssen sich zwei- bis viermal pro Woche einer Dialyse unterziehen, die jeweils mehrere Stunden dauert.

Diätsalz

Durchfall

Dickdarm

Teil des Verdauungstraktes, der sich an den Dünndarm anschließt.Er ist beim Erwachsenen ca. 1,30 m lang. Der Dickdarm besteht aus dem Blinddarm mit dem Wurmfortsatz (Appendix) und dem Grimmdarm.Im Dickdarm findet die Eindickung der nicht verdauten Nahrungsbestandteile zum Kot statt (Wasser wird entzogen).

Dickungsmittel

Zusatzstoffe, die einem Lebensmittel zugegeben werden um es anzudicken oder um Flüssigkeiten zu binden.Häufig verwendete Dickungsmittel sind Pektin, modifizierte Stärke und Johannesbrotkernmehl.

Dioxine

Stark giftige Substanzen, die zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen zählen und als Verunreinigungen von Pflanzenschutzmitteln oder bei Verbrennungsprozessen entstehen. Sie verursachen Übelkeit, Schwindel, Hautschäden und vor allem Leberschäden. Die als " Seveso-Gift" bekannt gewordene Substanz zählt zur Gruppe der Dioxine.

Disaccharide

Aus zwei Monosacchariden (Einfachzucker) bestehende Verbindung wie z.B. Saccharose und Milchzucker.Siehe auch: Kohlenhydrate

Diurese

Vorgang der Harnbildung und -ausscheidung

Diuretika

Medikamente zur Erhöhung der Harnausscheidung Diuretika werden besonders bei der Behandlung von Ödemen, Herzerkrankungen und Bluthochdruck angewandt. Koffein hat ebenfalls eine diuretische Wirkung.

Divertikel

Säckchenartige Ausstülpungen von Organwänden. Divertikel finden sich als taschenähnliche Wandveränderungen vor allem am Darm. In die Ausstülpungen können sich Nahrungsreste einlagern und zu Entzündungen führen.Die Entstehung von Divertikeln wird durch einen Mangel an Ballaststoffen begünstigt, weil die Nahrungsreste zu lange im Darm zurückbleiben.Siehe auch: Divertikulose

Divertikulose

Darmerkrankung, bei der sich im Dickdarm eine Vielzahl von Divertikeln bildet.

Drüse

Gruppen von Epithelzellen, die in der Lage sind, Sekrete herzustellen und abzusondern. Exokrine D. geben ihr Sekret nach außen ab. (z. B. Schweißdrüsen), endokrine D. stellen Hormone her, die sie an das Blut abgeben. Nach der Zusammensetzung ihres Sekrets unterscheidet man seröse D. (wäßrig, eiweißreich) z.B. Speichel-D., und muköse D.(schleimig, eiweißarm) z.B. Speiseröhren-D.

Dumping-Syndrom

Beschwerdekomplex, der als Folge einer teilweisen oder vollständigen operativen Entfernung des Magens durch den plötzlichen Übertritt des Speisebreis in den Dünndarm auftritt. Man unterscheidet zwischen dem Frühdumping-Syndrom und dem Spätdumping-Syndrom.Bei beiden Formen ist eine Verbesserung der Symptomatik durch diätetische Maßnahmen zu erzielen. Die Nahrungsaufnahme sollte auf mehrere kleine Mahlzeiten aufgeteilt werden, die gegebenenfalls im Liegen eingenommen werden. Bei der Zufuhr von Kohlenhydraten eignen sich besonders ballaststoffreiche Vollkornprodukte, während zuckerhaltige Speisen und Getränke zu meiden sind. Die Flüssigkeitszufuhr sollte nicht zu den Mahlzeiten erfolgen. Stark gesalzene Speisen wirken sich ebenfalls ungünstig aus. Der Zusatz von viskositätssteigernden Substanzen wie z.B. Guar (5g pro Mahlzeit) lindert häufig die Beschwerden.

Dünndarm

Erster Abschnitt des Darms zwischen Magen und Dickdarm. Er unterteilt sich in Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum).Der Dünndarm des Erwachsenen ist 5-6 m lang. In ihm erfolgt im wesentlichen die Verdauung und Resorption der Nahrung.

Duodenalsonde

Dünner Gummi- oder Kunststoffschlauch (Sonde), der über den Mund bzw. die Nase in den Zwölffingerdarm (Duodenum) eingeführt wird. Die D. dient v.a. der Gewinnung von Duodenalsaft sowie zur Absaugung von Galle.

Dyspepsie

Verdauungsstörung (Verdauung), die mit Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall einhergeht.Besonders häufig treten Dyspepsien bei Säuglingen auf. Symptome sind vermehrte wässrig-schleimige, grüne Stühle, häufiges Erbrechen, leichtes Fieber, Unruhe und Blässe. Ursachen können Ernährungsfehler oder eine Infektion sein.