Stichwortlexikon

Die Stichwort-Datenbank

zur Orientierung und Verbraucherinformation

Hier finden Sie über 600 Stichworte zu dem Thema gesunde Ernährung mit kurzen Erläuterungen und Abbildungen.

Die Begriffe sind alphabetisch sortiert und können nach den Anfangsbuchstaben einzeln aufgerufen werden.

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H-Milch

Für die Herstellung von H-Milch wird die Milch für wenige Sekunden auf 140-150 Grad Celsius erhitzt und sofort wieder abgekühlt. Dadurch werden fast alle Mikroorganismen abgetötet. Anschließend erfolgt die Abfüllung in keimfreie und lichtdichte Verpackungen. H-Milch muss ungeöffnet mindestens sechs Wochen haltbar sein. Durch die hohen Temperaturen nimmt der Gehalt an B-Vitaminen etwas ab. Dagegen wird das Milcheiweiß besser verdaulich als bei der Rohmilch. H-Milch ist immer homogenisiert (Homogenisierung von Milch).

Halbwertszeit

Das im roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) gebundene dreiwertige Eisen

Hämeisen

Roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten).Wichtiger Bestandteil ist das Eisen (Hämeisen).Das Hämoglobin ist für den Transport von Sauerstoff wichtig. Ein zu niedriger Gehalt an Hämoglobin führt zu Anämie (Blutarmut).

Hämoglobin

Allgemein: Die Zeit, in der die Hälfte einer Substanz abgebaut wird.Bei radioaktiven Elementen ist die Halbwertszeit die Zeit, innerhalb der von der ursprünglich vorhandenen Strahlung nur noch die Hälfte vorhanden ist.Als biologische Halbwertszeit bezeichnet man die Zeitspanne, in der die Hälfte einer Substanz, die in den Körper aufgenommen wurde, abgebaut oder wieder ausgeschieden wird.Eine hohe biologische Halbwertszeit führt zur Anhäufung (Kumulation) dieser Substanz (z.B. Blei) im Körper.

Harnsäure

Abbauprodukt der Purine im Stoffwechsel des Menschen. Harnsäure wird beim Gesunden mit dem Urin ausgeschieden.Eine Erhöhung der Harnsäure im Blut kann zu Gicht führen.

Harnsäurespiegel

Gehalt des Blutes an Harnsäure.Ein erhöhter Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) kann zu Gicht führen.

Harnstoff

Stickstoffhaltiges Abbauprodukt aus dem Eiweißstoffwechsel. Harnstoff wird in der Leber gebildet und über den Urin ausgeschieden.

Hauptnährstoffe

Zu den Hauptnährstoffen zählen die Kohlenhydrate, Fette und Proteine (Eiweiße). Sie liefern dem Körper Energie und Bausteine für den Aufbau der körpereigenen Substanz. Siehe auch Nährstoffe

Hefe

Allgemeine Bezeichnung für eine Gruppe von Mikroorganismen, die Hefepilze (Pilze).Die Backhefe, die als Press- oder Trockenhefe in den Handel kommt, entwickelt wie die Bierhefe und die Weinhefe Kohlendioxid, das den Teig lockert und aufgehen lässt.Viele Hefearten (Schimmelpilze) können auch zum Verderb von Lebensmitteln führen.

Heißpressung

Um den Ölfrüchten und Ölsamen das Fett zu entziehen, werden sie unter Wärmezufuhr gepresst. Dies führt zu einer höheren Ausbeute als bei der Kaltpressung.Anschließend werden die Fette behandelt (raffiniert), um gesundheitsschädliche und geschmacksbeeinträchtigende Inhaltsstoffe zu entfernen (z.B. Pestizidrückstände). Dadurch wird das Öl fast geruchsfrei und geschmacksneutral und vor allem sehr lange haltbar. Heute wird anstelle der Heißpressung überwiegend die Extraktion (Herauslösung) mit organischen Lösungsmitteln durchgeführt. Dadurch wird die Fettausbeute zusätzlich erhöht. Das Lösungsmittel wird durch Erhitzen entfernt. Anschließend werden die Fette ebenfalls raffiniert.

Herbizid

Gegen Unkräuter wirksames Pflanzenschutzmittel

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Krankhafte Veränderungen des Herzens und/oder der Schlagadern. Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen die Erkrankungen der herzversorgenden (koronaren) Blutgefäße (Herzinfarkt) sowie der Bluthochdruck und die Arterienverkalkung. Zusammen mit dem Herzinfarkt sind sie die Todesursache Nummer 1 in den Industrieländern. Als Risikofaktoren für die Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten: erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Stress, Diabetes mellitus und Bewegungsarmut.

Herzinfarkt

(Myokardinfarkt, Koronarinfarkt) Ein Herzinfarkt ist meistens die Folge einer fortschreitenden Arterienverkalkung der herzversorgenden Blutgefäße (Herzkranzgefäße). Durch ein Blutgerinnsel in den verengten Gefäßen wird die Sauerstoffversorgung schlagartig unterbrochen und es kommt zum Absterben des betroffenen Gewebes. Der Herzinfarkt wird durch dieselben Risikofaktoren begünstigt wie die Arterienverkalkung: Übergewicht, Blutfette, Cholesterin, Bluthochdruck, Nikotin, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel, Stress. Der Herzinfarkt ist zusammen mit anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache Nummer 1 in den Industrieländern.

Histamin

Diese hormonähnliche Substanz (biogenes Amin) übt im Körper viele Funktionen aus. Es bewirkt eine Kontraktion (Zusammenziehung) bestimmter Muskeln, wie z.B. der Gebärmutter und der Bronchien. Die Blutgefäße regt es zu einer Erweiterung an. Histamin bewirkt die Sekretion des Magensaftes und regt die Darmperistaltik an. Eine vermehrte Histaminausschüttung erfolgt auch bei allergischen Reaktionen (Allergien), Sonnenbestrahlung, Verbrennungen und anderen Gewebszerstörungen. Es kommt zu einer verstärkten Durchblutung, die als Rötung der Haut erkennbar ist.

Höchstmengen

In der Höchstmengen-Verordnung sind geduldete Rückstandsmengen (Rückstände) von Schädlingsbekämpfungsmitteln in und auf Lebensmitteln festgelegt.Die Höchstmengen werden so festgelegt, dass bei lebenslanger täglicher Aufnahme des jeweiligen Schadstoffs keine gesundheitlichen Schäden zu erwarten sind (nach heutigem Wissen).

Homogenisieren

Wörtlich: Aufrechterhaltung.Der Organismus ist bestrebt, alle Körperfunktionen wie z.B. Körpertemperatur, Blutdruck, Blutzusammensetzung, Elektrolythaushalt innerhalb sehr enger Grenzen konstant zu halten und etwaige Veränderungen sofort wieder auszugleichen.Dieses Verhalten wird als Homöostase bezeichnet.

Homöostase

Die natürlicherweise in der Kuhmilch vorkommenden Fettkügelchen werden durch das Homogenisieren in kleinere Fettkügelchen zerteilt. Dies geschieht, indem die Milch mit hohem Druck durch enge Spalten gedrückt wird. Das Homogenisieren dient einer Erhöhung der Weißkraft der Milch, verhindert das Aufrahmen (Abscheiden von Sahne im Kaffee und Tee) und ermöglicht beim Joghurt eine festere Konsistenz (stabileres Gallert). Außerdem wird das Milchfett leichter verdaulich.

Hormon

Vom menschlichen und tierischen Organismus gebildete Botenstoffe (Signalvermittler). Sie werden von besonderen Drüsen gebildet, an den Blutkreislauf abgegeben und so zum jeweiligen Wirkort transportiert. Die Hormone werden sehr schnell wieder abgebaut, damit die Wirkung nicht zu lange anhält und genau gesteuert werden kann. Zu vielen Hormonen gibt es einen Gegenspieler (Antagonist), der genau die gegenteilige Reaktion des Körpers hervorruft. So erniedrigt das Hormon Insulin den Blutzuckerspiegel (Blutzucker) nach der Nahrungsaufnahme. Das Hormon Glukagon hat die gegenteilige Wirkung, erhöht also den Blutzuckerspiegel, wenn er zwischen den Mahlzeiten zu stark abfällt. Die Geschlechtshormone (Östrogene, Gestagene) der Frau sind für den weiblichen Zyklus verantwortlich.

Hunger

Verlangen nach NahrungIm Gegensatz zum Appetit liegen dem Hunger rein physiologische (körperliche) Ursachen zugrunde. Faktoren, die im Zentralnervensystem ein Hungergefühl auslösen, sind unter anderem ein Zusammenziehen des leeren Magens und ein erniedrigter Blutzuckerspiegel.

Hungerkur

Völliger Nahrungsentzug oder starke Nahrungseinschränkung zur Gewichtsreduktion oder aus anderen gesundheitlichen Gründen.Siehe auch: Fastenkur

Hungerstoffwechsel

Anpassung des normalen Stoffwechsels an den Hungerzustand. Auch wenn keine Nahrung zugeführt wird, muss der Organismus seinen Energiebedarf decken. Dazu baut er zunächst seine Kohlenhydratvorräte (Glykogen) und dann seinen größten Energiespeicher, das Depotfett ab. Es wird aber auch immer lebensnotwendiges Körpereiweiß eingeschmolzen. Diese Veränderungen im Hungerzustand werden durch verschiedene Hormone gesteuert.

Hyper

Keine Beschreibung

Hypercholesterinämie

Zu hoher Gehalt an Cholesterin im Blut.

Hyperglykämie

Zu hoher Gehalt an Traubenzucker (Glukose) im Blut.

Hyperkaliämie

Erhöhte Kaliumkonzentration im Blutserum (>5 mmol/l) als Folge einer erhöhten oralen Kaliumzufuhr, einer verminderten Ausscheidung in den Nieren (z.B. bei Schockniere) oder durch das verstärkte Ausströmen von Kalium aus dem Zellinneren in den Blutkreislauf (bei einer Acidose). Die H. äußert sich u.a. in Ohrensausen, Taubheit, Verwirrtheit, Halluzinationen, Muskelschwäche, -zittern, Kribbeln und Herzrhythmusstörungen

Hyperlipidämie

Zu hoher Gehalt an Blutfetten.

Hyperlipoproteinämie

Fettstoffwechselstörung.Zu hoher Gehalt an Lipoproteinen im Blut.

Hyperphagie

Ungewöhnlich gesteigerte Nahrungsaufnahme. Sie tritt häufig nach einseitigen Diäten auf.

Hypervitaminose

Durch überhöhte Vitaminzufuhr (Vitamine) verursachte gesundheitliche Schäden.Eine Hypervitaminose kann beim Menschen praktisch nur bei den Vitaminen A und Vitamin D vorkommen.

Hypo

Keine Beschreibung

Hypoglykämie

Zu niedriger Gehalt an Glukose im Blut.

Hypoproteinämie

Verminderte Konzentration von Plasmaproteinen (v.a. Albumin) im Blut (Die H. kann durch einen verstärkten Eiweißabbau, eine unzureichende Synthese (z.B. bei chronischer Leberzirrhose), eine mangelnde Zufuhr und/oder durch erhöhte Verluste (z.B. bei Verbrennungen, nephrotischem Syndrom) hervorgerufen werden.Symptome sind Wassereinlagerungen (Ödeme), da die Flüssigkeit nicht mehr im Blutkreislauf gehalten werden kann.Die Therapie richtet sich vorwiegend nach der auslösenden Grunderkrankung. Je nach Schweregrad der H. erfolgt eine orale, enterale bzw. parenterale Ernährung bzw. Kombinationen der verschiedenen Ernährungsformen. Bei sehr schwerer Verlaufsform kann die Gabe von Plasma oder Vollblut erforderlich sein.Bei einer H. ist der Eiweißbedarf mäßig erhöht, d.h. die Zufuhr sollte etwa 1,2-1,3 g/kg Körpergewicht betragen. Zu bevorzugen sind hochwertige Proteinquellen. Aufgrund der Wassereinlagerungen sollte die Kochsalzzufuhr 6 g/Tag nicht übersteigen.