Stichwortlexikon

Die Stichwort-Datenbank

zur Orientierung und Verbraucherinformation

Hier finden Sie über 600 Stichworte zu dem Thema gesunde Ernährung mit kurzen Erläuterungen und Abbildungen.

Die Begriffe sind alphabetisch sortiert und können nach den Anfangsbuchstaben einzeln aufgerufen werden.

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Nährmittel

Sammelbezeichnung für bestimmte Produkte (außer Mehl), die aus Getreide hergestellt werden. Zu den Nährmitteln zählen Grieß, Reis, Graupen und aus Mehl oder Stärke hergestellte Produkte wie Puddingpulver und Nudeln. Im weiteren Sinn werden auch Hülsenfrüchte und Kartoffelerzeugnisse als Nährmittel bezeichnet.

Nährstoffbedarf

Diejenige Menge eines Nährstoffes, die für die Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen und somit für optimale Gesundheit und Leistungsfähigkeit benötigt wird. Der Nährstoffbedarf ist eine sehr individuelle Größe und wird von vielfältigen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Stress, Krankheit, Medikamenteneinnahme usw. beeinflusst. Für eine einzelne Person ist der Nährstoffbedarf kaum festzulegen. Deshalb werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr herausgegeben, die höher liegen als der tatsächliche Bedarf. Sie sollen sicherstellen, dass alle Personen sicher versorgt sind. Die Empfehlungen können und müssen nicht an jedem einzelnen Tag erfüllt werden. Es genügt, wenn die durchschnittliche Nährstoffzufuhr innerhalb einer Woche den Empfehlungen entspricht.

Nährstoffdefinierte Diät

auch: Formeldiät, Formuladiät, NDDVariante der bilanzierten Diäten, die im Rahmen der enteralen Ernährung zum Einsatz kommt, sofern die Resorptionsleistung des Darmes nicht eingeschränkt ist.Sie ist vorwiegend aus komplexen Kohlenhydraten (z.B. Maltodextrin), Proteinen (Soja- /Milchprotein) und Fetten (z.B. Maiskeim- oder Sonnenblumenöl, z.T. MCT) zusammengesetzt.Die Nährwertrelation entspricht im wesentlichen den Empfehlungen für Gesunde.N. gibt es mit und ohne Ballaststoffzusatz.Indikationen einer N. sind z.B. Schlaganfall, Tumoren, Anorexia nervosa und künstliche Beatmung.

Nährstoffdichte

Menge eines Nährstoffes in einem Lebensmittel in Relation zum Energiegehalt des Lebensmittels.Da der Energiebedarf der Menschen in den Industriegesellschaften abgenommen hat, der Bedarf an essentiellen Nährstoffen wie z.B. Vitaminen nicht, sollten Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte bevorzugt werden.Dazu gehören Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, fettarme Milch und Milchprodukte sowie mageres Fleisch und magerer Fisch. Stark fett- und zuckerhaltige Lebensmittel haben ebenso wie Alkohol eine sehr geringe Nährstoffdichte. Sie liefern viele Kalorien, aber ansonsten enthalten sie kaum lebenswichtige Bestandteile.Weitere Informationen

Nährstoffe

Nahrungsbestandteile, die zum Aufbau und zur Erhaltung von Körpersubstanz, zur Energielieferung und zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen ständig mit der Nahrung zugeführt werden. Es gibt energieliefernde, auch Hauptnährstoffe genannt, und essentielle Nährstoffe. Zu den energieliefernden Nährstoffen gehören Fett, Eiweiß (Protein) und Kohlenhydrate. Zu den essentiellen gehören Vitamine, Mineralstoffe und bestimmte Aminosäuren und Fettsäuren. Weitere Informationen finden

Nährwert

Gehalt eines Lebensmittels an ernährungsphysiologisch notwendigen Nahrungsinhaltsstoffen.Er umfasst Energiegehalt, Nährstoffdichte, Proteinqualität (biologische Wertigkeit), Verdaulichkeit sowie Nährstoffverfügbarkeit (Verfügbarkeit).

Nährwerttabelle

In ihr sind alle wichtigen Inhaltsstoffe unserer Lebensmittel in tabellarischer Form aufgeführt. Die Mengenangaben beziehen sich im allgemeinen auf 100 g des jeweiligen Lebensmittels.

Natrium

"Mineralstoff, der zusammen mit Chlorid als Kochsalz in Lebensmitteln vorkommt. Neben vielen regulatorischen Funktionen die Natrium im Köper hat, vermag es Wasser zu binden (8 g Natrium binden 1 l Wasser

Natriumarme Diät

auch: kochsalzarme Diät Kostform, bei der die Zufuhr von Natrium (bzw. Kochsalz, NaCl) mit der Nahrung eingeschränkt ist. Generell wird eine Natriumchlorid- bzw. Kochsalzzufuhr von 6 g/Tag empfohlen. Da die durchschnittliche Zufuhr bei 10-15 g liegt, wird diese "Natrium-normale Kost" häufig bereits als N. empfunden und zum Teil auch als solche bezeichnet. Die eigentliche N. beinhaltet eine noch weitergehende Verringerung des Natriumgehaltes. Man unterscheidet zwischen der N. mit einer täglichen Zufuhr von max. 1,2 g Na (=3g NaCl) und der streng N. mit einer Zufuhr von 0,4 g Na/Tag (=1g NaCl). Letztere kommt in der Praxis kaum noch vor.Die N. wird bei der Prävention und Therapie des Bluthochdrucks und der Osteoporose eingesetzt. Ferner kommt sie bei Ödemen, Asthma bronchiale sowie Herzinsuffizienz zum Einsatz. Da die meisten Lebensmittel aus sensorischen oder technologischen Gründen (z.B. Nitritpökelsalz) bereits reichlich Natrium enthalten, sollte auf ein Zusalzen der Speisen verzichtet werden, da sonst die Natriumaufnahme 6g/Tag übersteigt.

Niacin

Wasserlösliches Vitamin, das zur Gruppe der B-Vitamine gehört.Niacinmangel ist sehr selten. Lediglich bei Alkoholikern tritt er häufig auf.Die klassische Niacinmangelkrankheit ist Pellagra. Sie trat früher in den Ländern auf, in denen die Bevölkerung sich hauptsächlich von Mais ernährte. Die wichtigsten Symptome betreffen die Haut (Schuppung der Haut, vor allem an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind), Verdauungstrakt (Durchfälle, Erbrechen) und das Nervensystem.Reich an Niacin sind Fleisch, insbesondere Innereien, Fisch und Vollkornprodukte.

Niere

Der Mensch besitzt zwei bohnenförmige Nieren. Zu den wesentlichen Funktionen der Niere gehört die Kontrolle der Elektrolyt- und Wasserausscheidung und die Ausscheidung von Endprodukten des Stoffwechsels (Harnstoff, Harnsäure) und Fremdstoffen (z.B. Medikamenten). Gleichzeitig muss sie aber wertvolle Blutbestandteile zurückhalten. Außerdem ist sie an der Regulation es Säure-Basen-Haushaltes beteiligt und ist der Bildungsort einiger Hormone.

Nikotin

Alkaloid, das in Tabakblättern vorkommt und zu den stärksten Pflanzengiften gehört. In kleinen Dosen führt es zu einer vermehrten Ausschüttung bestimmter Hormone, zu Blutdruckerhöhung, regt die Darmperistaltik an und führt zu Schweiß- und Speichelsekretion.Höhere Dosen können zu Nikotinvergiftung führen, die zum Tod durch Atemlähmung führen kann. Mit dem Rauchen werden neben Nikotin noch weitere gesundheitsschädliche Stoffe (z.B. Teer) aufgenommen.

Nitrat

In der Umwelt weit verbreitete Verbindung. Es wird im Boden von Mikroorganismen gebildet und von der Pflanze aufgenommen. Für die Pflanze ist Nitrat kein Schadstoff, sondern sie ist darauf angewiesen. Sehr oft wird Nitrat auch als Dünger dem Boden künstlich zugeführt. Dies führt zur Belastung des Grundwassers und zur Anreicherung von Nitrat in den Nutzpflanzen. Insbesondere Spinat, Kopfsalat, Rote Bete, Rettiche, Radieschen und die verschiedenen Kohlarten enthalten viel Nitrat. Für den Menschen ist Nitrat problematisch, weil es unter bestimmten Bedingungen in das giftige Nitrit umgewandelt werden kann. Nitrat wird Fleisch, Fleischerzeugnissen und Hart- und Schnittkäsen zur Haltbarmachung zugesetzt. Es wird im Lebensmittelmittel langsam zu Nitrit umgewandelt, welches eine antibakterielle Wirkung besitzt.Nitrit kann außerdem aus Nitrat durch Mikroorganismen in aufgewärmten Speisen nach unsachgemäßer Kühlung, in mit nitratreichem Wasser zubereiteter Fertignahrung und im Verdauungstrakt (Mundhöhle, Magen) gebildet werden. Es verändert die Bluteigenschaften und kann insbesondere bei Säuglingen zur Blausucht führen. Außerdem ist Nitrit im Körper bei der Nitrosaminbildung (Nitrosamine) beteiligt. Nitrosamine können Krebs auslösen.

Nitrosamine

Krebserzeugende Verbindungen, die durch Reaktion von Aminen (Abbauprodukte von Eiweiß) mit Nitrat bzw. Nitrit gebildet werden. Nitrosamine werden vorwiegend beim Erhitzen von Speisen gebildet, die Nitrit und Eiweiß enthalten. Ein Beispiel hierfür ist das Erhitzen von Salami und Käse bei Pizza oder von Schinken und Ei beim " Strammen Max".

Normalgewicht

Körperlänge in cm minus 100Siehe auch: Broca-Formel

Novel Food

&quot Lebensmittel bzw. Lebensmittelbestandteile, die bisher vom Mensch in nicht nennenswerten Umfang konsumiert wurden.&quot

Nulldiät

Verzicht auf Nahrung, in der Regel um extremes Übergewicht zu reduzieren.Bei einer Nulldiät muss immer ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden. Wird eine Nulldiät über einen längeren Zeitraum durchgeführt, müssen Vitamine und Mineralstoffe verabreicht werden.

Nutraceuticals

Bezeichnung für die biologisch aktiven Inhaltsstoffe, die in Functional Food vorkommen und physiologisch wirksam sind. Dazu gehören z.B. Antioxidantien, Ballaststoffe, Sekundäre Pflanzenstoffe.Es handelt sich dabei um Nahrungsmittelbestandteile, die von medizinischem und gesundheitlichem Nutzen sind, d. h. deren Verwendung prophylaktisch bzw. therapeutisch sein kann (z.B. Regulierung des Cholesterin- und Blutzuckerspiegels, Senkung des Krebsrisikos).

Nutritiv

Keine Beschreibung